Idee & Charta

UNSERE IDEE

THEALINGUA verbindet Theater, Sprachen und Interkulturalität.

Seit 2009 sind wir unter dem Namen La Ménagerie e.V. und seit 2014 unter dem Namen THEALINGUA als französischsprachige Theaterpädagogen in diversen Bildungseinrichtungen und Institutionen tätig. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen spielen wir Theater auf Französisch und fördern dabei den Spracherwerb und den Ausbau interkultureller Kompetenzen. Außerdem vermitteln wir im Rahmen von Fortbildungen, wie Theatertechniken im Fremdsprachenunterricht oder in einem multikulturellem Umfeld angewandt werden können.

Mit Hilfe der Theaterpädagogik werden Theater und Sprachen miteinander verbunden. Wir spielen Theater auf Französisch und lassen die Fremdsprache lebendig und erfahrbar werden, um sie zu verinnerlichen und schließlich besser zu beherrschen. Gleichzeitig lernen wir im Theater mehr über uns, unsere Mitmenschen und unsere zwischenmenschlichen Interaktionen und bauen dabei unsere interkulturellen Kompetenzen aus. Die Art und Weise sowie die Ziele unserer Theaterpädagogik haben wir gemeinsam mit unserem pädagogischen Team in unserer Charta festgehalten.

Vor jedem Workshop und jeder Fortbildung stellen wir in einem gemeinsamen Gespräch ein individuell zugeschnittenes Programm zusammen. Dabei berücksichtigen wir Alter, Sprachniveau, Gruppengröße, Zeitraum und Kontext und gehen jederzeit auf spezielle Wünsche oder Interessen ein. Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter!

UNSERE CHARTA

Gemeinsam mit unserem pädagogischen Team haben wir eine Charta über den Einsatz von Theater zum Sprachenlernen und zum Ausbau interkultureller Kompetenzen erarbeitet, die wir stetig weiterentwickeln.

Die Charta beschreibt die Art und Weise unserer Theaterarbeit und bestimmt die Werte, die wir leben und auf die wir aufbauen. Sie bildet unsere gemeinsame Lehrbasis und zeigt die Ziele unserer Theaterpädagogik auf. Außerdem dient sie dazu, unserer Theaterarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Öffentlichkeit vorzustellen.

Alle Pädagogen von THEALINGUA haben diese Charta unterzeichnet und handeln ganz im Sinne dieser Vereinbarung.

 

1. DIE EIGENE KÖRPERSPRACHE KENNENLERNEN UND BEHERRSCHEN

Der Körper und die Stimme sind Ausdrucksmittel jedes Menschen. Sie begleiten jede Aussage, sind die Basis der verbalen und nonverbalen Kommunikation und damit Grundlage des Darstellenden Spiels. Die TheaterschauspielerInnen nehmen Körper und Stimme bewusst wahr und lernen sie kennen, damit sie sie verstehen und beherrschen können.

Körper: nonverbale Kommunikation, Bewegung, Mimik und Gestik, Körpereinsatz

Stimme: Atmen, Lautstärke, Rhythmus, Betonung, Klang

 

2. DIE FRANZÖSISCHE SPRACHE BENUTZEN

Der gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen (GERF) spricht nicht mehr von Sprachlernenden, sondern von Sprachbenutzern. Die Sprache muss lebendig und in Bezug auf eine Lebenssituation benutzt werden. Das Theater verursacht unterschiedliche und unzählige Interaktionen, auf und vor der Bühne, sodass die TheaterschauspielerInnen die Sprache nutzen müssen, um verstanden zu werden und eine Reaktion hervorzurufen. Das Theater lenkt dabei vom sprachlichen Ziel ab und stellt den Ausdruck in den Vordergrund. Außerdem lernen die SchauspielerInnen, das Gegenüber wahrzunehmen, zu sehen und zu hören.

 

3. DIE FRANZÖSISCHE SPRACHE ENTWICKELN UND BEHERRSCHEN

Durch die Benutzung der französischen Sprache wird die Sprache weiterentwickelt und schließlich durch die TheaterschauspielerInnen verinnerlicht und besser beherrscht.

Wort, Satz und Text: Artikulation, Prosodie (Rhythmus und Musik einer Sprache)

Gedächtnis: Lesen und Auswendiglernen von französischen Texten

Interaktion: Kontakt zu französischen MuttersprachlerInnen

 

4. DIE FREUDE DES THEATERSPIELENS KENNEN LERNEN

Das Auftreten auf einer Bühne kann für die TheaterschauspielerInnen, abhängig von der Persönlichkeit und den Erfahrungen, Schwierigkeiten hervorrufen. Daher orientieren die Pädagogen ihren Unterricht an der Gruppendynamik, dem Wohlsein jeder einzelnen Personen gegenüber allen Anderen und der Freude, gemeinsam eine Theatergruppe zu bilden.

Die TheaterschauspielerInnen trauen sich, ihre Hemmungen durch ihre Rolle und durch die Bühne fallen zu lassen und schließlich ihre Fantasiewelt und ihre Persönlichkeit frei zu entfalten.

 

5. DAS TEILHABEN AN DER WELT ERFAHREN

Das Theater verändert die Beziehungen, die eine Person zu Fremden und der Welt hat. Es stärkt das Verantwortungsbewusstsein, fördert den Respekt gegenüber Anderen und eine Offenheit gegenüber dem "Unbekannten".

Das Theater ist ein Kollektivexperiment, in dem die TheaterschauspielerInnen Verantwortung übernehmen und ihren Platz und ihre Rolle in der Verwirklichung des Projektes finden müssen.

Die SchauspielerInnen lernen, sich selbst, die MitspielerInnen und den Spielraum genau wahrzunehmen, einzuschätzen und zu respektieren. Durch die Erfahrungen mit sich selbst und im Zusammenspiel mit Anderen entwickeln die SchauspielerInnen ihre Persönlichkeit weiter, wobei bei Kindern die Herausbildung von Selbstkontrolle und bei Jugendlichen die Stärkung des Selbstvertrauens im Vordergrund steht.

Die TheaterschauspielerInnen öffnen sich einer fremden Sprache und beginnen, eine andere Kultur durch Autoren, Texte, Lebensstile und kulturelle Beziehungen wahrzunehmen.