Die Thealingua-Methode

Einleitung

 

Die Thealingua-Methode ist eine innovative Verfahrensweise für das Vermitteln und Erlernen von Fremd-/Zweitsprachen und basiert auf dem Ziel der kollektiven Entwicklung einer theatralen Eigenproduktion in einer Fremd-/Zweitsprache.Sie kann für alle Sprachniveaus angewendet bzw. angepasst werden. Die Methode vereint die Bereiche Sprachdidaktik und Theaterpädagogik und verfolgt dementsprechend drei Ziele gleichzeitig:

sprachliche

theatrale/künstlerische Ziele

pädagogische

In Bewegung kommen –

der pädagogische, sprachliche und theatrale Rahmen der Thealingua-Methode


A. Der pädagogische Rahmen: aktive Pädagogik & Erfahrungswissen

Im schulischen oder universitären Kontext basiert der Unterricht verkürzt gesagt auf der Idee des Wissenstransfers. Bei der Thealingua-Methode hingegen basiert das Lehren und Lernen auf der Erfahrung bzw. auf dem Erleben des kreativen Theaterprozesses. Diese Erfahrung ist es, die es den Lernenden erlaubt, sich Wissen anzueignen.

Der erfahrungsbasierte Wissenserwerb macht den/die Lernende zur Protagonistin ihres Lernprozesses. Er oder sie nähert sich dem Wissen an, um es sich anzueignen. Pädagog*innen wie Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun”, Dewey: „Learning by doing”, Freinets kooperative Projekte oder Piagets Verständnis von Intelligenz (vgl. Literatur) haben alle entlang dieser Prinzipien gearbeitet und diese Strömung aktivierender Methoden beeinflusst. 

Ziel: die Teilnehmenden werden zu den Protagonisten ihres eigenen Lernens





B.  Der sprachliche Rahmen: Sprache im Dienst der interkulturellen Begegnung

Ein Sprachkurs hat das Erlernen sprachlicher Phänomene zum Ziel. Die Thealingua-Methode hingegen verfolgt das Ziel, den individuellen Ausdruck in der Zweitsprache zu fördern. Dabei steht das Phänomen der Begegnung im Zentrum, das die Entstehung ungezwungenen Sprechens ermöglicht.

Ein Sprachkurs hat das Erlernen sprachlicher Phänomene zum Ziel. Die Thealingua-Methode hingegen verfolgt das Ziel, den individuellen Ausdruck in der Zweitsprache zu fördern. Dabei steht das Phänomen der Begegnung im Zentrum, das die Entstehung ungezwungenen Sprechens ermöglicht.



Ziel: die Person entwickelt ihre eigene Stimme in der Zweitsprache: kontextbasiert, individuell, ausdrucksvoll und lebendig



C. Der theatrale Rahmen: Ein körperbetontes Theater kollektiver Improvisation



Da die Thealingua-Methode auf der kollektiven Erarbeitung eines Theaterstücks basiert, muss der Erarbeitungsprozess von den aktuellen Teilnehmenden ausgehen. Sie und ihre Interaktionen sind einzigartig. Thealingua inszeniert keine schon existierenden Texte, sondern setzt einen kreativen Prozess in Gang, dessen Ziel die Präsentation einer Eigenproduktion ist.

Dieser Prozess gliedert sich in 6 Etappen:

  • Etappe 1: Initiation (Gruppendynamik) / Themenfindung
  • Etappe 2: Schauspielerische Ausdrucksmittel
  • Etappe 3: Improvisation
  • Etappe 4: Textarbeit
  • Etappe 5: Inszenierung
  • Etappe 6: Proben und Aufführung



Ziel: Die Teilnehmenden präsentieren dem Publikum ein von ihnen erarbeitetes szenisches Produkt, dessen Text und Rollen in einem partizipativen Prozess entstanden sind.